Depressionen bei Kindern (2)

Depressionen nicht als Verrücktheit abstempeln

Um ihrem Kind zu helfen, müssen Eltern die Krankheit auch selbst akzeptieren und ihm vermitteln, dass es sich ebenso wie bei einer Grippe um eine Krankheit handelt. Außerdem sollten sie ihren Sprössling „zu kleinen Schritten ermuntern und positive Rückmeldungen auch bei geringen Erfolgen geben“, sagt Meryam Schouler-Ocak. Die Kinder sollten weiterhin in den Schulunterricht und das soziale Leben eingebunden werden. Professionelle Hilfe für depressive Kinder- und Jugendliche, aber auch für ihre Familien gibt es bei den entsprechenden Psychotherapeuten in Berlin und Brandenburg sowie in den vielen Selbsthilfe- und Beratungsstellen für Menschen mit Depressionen.

In unserem Kinder- und Familienportal „Der Branchen-Bär“ unter www.branchen-baer.de finden Sie viele Adressen von Psychotherapeuten oder Ärzten, die Depressionen behandeln können. Dazu gehört auch die Beratungsstelle „Neuhland“ in Berlin Wilmersdorf. Hierher kommen vor allem Betroffene, die kurz vor einem Selbstmordversuch stehen oder bereits einen oder gar mehrere Versuche hinter sich haben. Der Suizidversuch sowie das bloße Reden davon sind besonders allarmierende Anzeichen für Depressionen.

Anlaufstellen für professionelle Hilfe

In unserem Notfallverzeichnis auf www.branchen-baer.de finden sich zahlreiche Anlaufstellen für professionelle Hilfe. Wie Gerd Storchmann von „Neuhland“ erklärt, entsteht der erste Kontakt meist über das Telefon. Die jungen Patienten wollen über das Telefon erfahren, ob sie ernst genommen werden und Vertrauen haben können. „Es ist wichtig, dann sobald wie möglich einen Termin für ein persönliches Erstgespräch zu vereinbaren“, sagt der Sozialpädagoge.

Kommt es zu diesem ersten Treffen, sind die Gedanken, die zum Selbstmordversuch geführt haben, zentrales Thema. Außerdem geht es auf Ursachenforschung für die Lebenskrise, fügt Gerd Storchmann hinzu. Obwohl die Beratung bei „Neuhland“ in der Regel aus Einzelgesprächen besteht, werden, wie bei nahezu allen Therapien, die engsten Angehörigen miteinbezogen. Beim Großteil der Fälle sind mehrere Gespräche nötig. Das kann bis zu langfristigen Therapien gehen. „Hilfe bedeutet, dass wir die Kinder und Jugendlichen bis zur Überwindung der Krise begleiten“, versichert Gerd Storchmann.

Symptome für Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Vorschulkind (3-6 Jahre)

  • wirkt traurig oder apathisch
  • zieht sich zurück oder reagiert aggressiv
  • leidet unter Alpträumen, wacht nachts oft auf
  • hat keine Freude am Spielen, kann sich aus sonst nicht so recht freuen
  • verliert Gewicht oder nimmt stark zu, bewegt sich ungern

Schulkind

  • erzählt, dass es traurig ist
  • spricht über Selbstmord
  • hat Schwierigkeiten in der Schule
  • fühlt sich von den Eltern vernachlässigt
  • hat unbegründete Schuldgefühle
  • hat ein Gefühl der Hoffnungslosigkeit

Jugendlicher

  • hat wenig Selbstvertrauen
  • ist teilnahmslos oder ängstlich
  • kann sich nicht konzentrieren
  • die schulischen Leistungen nehmen plötzlich ab
  • hat Schlaf und Appetitstörungen
  • fügt sich Verletzungen zu
  • hat Selbstmordgedanken

Weitere Hilfe und Informationen erhalten Sie beim Kinder- und Familienportal „Der Branchen-Bär“ unter www.branchen-baer.de

Quelle: netdoktor - Text: 2007 Ulrich Zoeger - Artikel vom: 06.01.2007