Die Prepaid Kreditkarte

Einzig und allein über ein Guthaben kann verfügt werden

Seit einiger Zeit sind auch in Deutschland so genannte Prepaid-Kreditkarten im Angebot. Eine Prepaid Kreditkarte hat, im Gegensatz zu einer herkömmlichen Kreditkarte, kein Überziehungslimit, welches man nach Bedarf in Anspruch nehmen kann, sondern funktioniert ausschließlich auf Guthabenbasis. Sie ist damit vergleichbar mit einer Handy-Prepaid-Karte. Dies heißt, man muss sie erst mit einem bestimmten Geldbetrag aufladen, bevor man mit ihr bezahlen kann.

Eine prepaid Kreditkarte ist meist als VISA-Card, aber auch als MasterCard erhältlich. Eine prepaid VISA-Card wird, ebenso wie eine herkömmliche VISA-Card, weltweit an bis zu 30 Millionen Stellen als Zahlungsmittel akzeptiert. Man kann mit ihr Reisen und Flüge buchen, Autos mieten und sie auch zum Online-Shopping einsetzen.

Die Vergabe ist einfach und für fast jeden möglich

Eine Prepaid Kreditkarte hat viele Vorteile. Sie kann von jedem beantragt werden, unabhängig von der finanziellen Situation. Es wird kein Einkommens-oder Gehaltsnachweis verlangt und es findet auch keine Bonitätsabfrage bei der Schufa statt. Damit ist sie auch für diejenigen Personen erhältlich, denen der Erwerb einer anderen Kreditkarte nicht möglich ist. Dies betrifft vor allem diejenigen, die über kein festes bzw. regelmäßiges Einkommen verfügen, wie zum Beispiel Selbstständige, Freiberuflicher, Arbeitslose, aber auch Hausfrauen oder Studenten. Auch negative Schufaeinträge, wie z.B. Mahn- oder Vollstreckungsbescheide, eidesstattliche Versicherung, Pfändung oder gar Insolvenz sind keine Hinderungsgründe für den Erwerb einer prepaid Kreditkarte.

Verschiedene Banken bieten die prepaid Kreditkarte an. Das derzeit lukrativste Angebot gibt es bei der Landesbank Berlin (LBB). Hier erhält man eine original VISA-Card für eine Jahresgebühr von lediglich 39 €. Sie wird weltwelt akzeptiert, es gibt kein Aufladelimit und es entstehen keine Aufladekosten. Das Guthaben auf der Prepaid Kreditkarte wird ab dem ersten Euro verzinst. Die Guthabenzinsen liegen zwischen 2 % und 3,25 %. Für die Karteninhaber steht eine 24-Stunden-Hotline zur Beantwortung aller Fragen zur Verfügung. Kartenanträge gibt es im Internet. Man bekommt eine VISA-Card, deren Design man sogar frei wählen kann.

Es gibt viele Anbieter

Neben der LBB gibt es noch andere Anbieter von Prepaid Kreditkarten wie z.B. die Schwäbische Bank, die West LB und die Wire Card Bank. Die jeweiligen Jahresgebühren betragen zwischen 28 und 50 €. Mit einer prepaid Kreditkarte ist es auch möglich, Bargeld am Automaten abzuheben, aber natürlich nur in der Höhe des vorhandenen Guthabens. Dadurch, dass eine Überziehung nicht möglich ist, bietet sich auch ein sicherer Schutz vor Betrug.

Neben den Vorteilen einer Prepaid Kreditkarte gibt es nur wenige Nachteile. Einer könnte sein, dass die prepaid Kreditkarte meist ohne zusätzliche Serviceleistungen, wie z.B. Versicherungen oder Rabatten bei Partnerunternehmen angeboten wird. Außerdem sind die Jahresgebühren für die Karte zusätzlich zu zahlen und nicht Teil des Girokontos, wie dies bei anderen Kreditkarten der Fall ist. Natürlich sind auch Überziehungen der Karte für spontale Großkäufe nicht möglich.

Text: Winfried Strauss - Artikel vom: 01.09.2007