Tagesgeld und Teuerungsrate

Verzinsung sollte höher sein wie die Teuerungsrate

Die Suche der Anleger und Sparer nach sicheren Geldanlagen ist in erster Linie im Sicherheitsdenken der Menschen verankert. Lieber etwas weniger Rendite, dafür aber diese garantiert. Wichtig bei der Wahl der richtigen Anlageform ist es darauf zu achten, dass die Geldanlage den persönlichen Ansprüchen an die Verfügbarkeit des angelegten Kapitals entspricht und die Verzinsung auf jeden Fall höher ist als die durchschnittliche jährliche Teuerungsrate, auch Inflationsrate genannt.

Dieser Punkt wird von vielen Sparern aus Unkenntnis oder Unwissenheit gerne übersehen. In den letzten 40 Jahren betrug die Teuerungsrate in Deutschland im Durchschnitt 2,8% p.a. Jede Geldanlage, die weniger Zinsen bringt, führt langfristig zwar zu einer Kapitalvermehrung. Da diese jedoch geringer ausfällt als die Inflationsrate, nimmt die Kaufkraft und der reelle Wert der Geldanlage Jahr für Jahr ab. Sparer und Anleger sollten also unbedingt darauf achten, dass ihre Geldanlagen mehr als die jährliche Inflationsrate erwirtschaften, um langfristig einen Wertzuwachs zu erzielen.

Tagesgeld - Zinsen liegen über der Inflationsrate

Eine Möglichkeit, Geld sicher und im langfristigen Mittel deutlich höher verzinst als die Inflationsrate anzulegen, ist das Tagesgeld. Hierbei handelt es sich um eine Form von Sichteinlagen, ähnlich einem Girokonto, jedoch ohne Möglichkeit der Auszahlung oder Barabhebung des angelegten Geldes. Tagesgeld kann nur über ein festgelegtes Referenzkonto ein- und ausgezahlt werden. Die Zinsen, die aufs Tagesgeld gezahlt werden, hängen direkt von den Zinsen des Geldmarktes und hier insbesondere dem Euribor ab.

Damit handelt es sich beim Tagesgeld zwar nicht direkt um eine festverzinsliche Geldanlage, da der gezahlte Zinssatz aber immer positiv ist und die Einlagen der Sparer dank den so genannten Einlagensicherungsfonds in ausreichender Höhe abgesichert sind, ist es auf jeden Fall eine absolut sichere Geldanlage, die keinerlei Verlustrisiko birgt. Wichtig für den Sparer ist es nur darauf zu achten, dass die kontoführende Bank Mitglied in einem der Einlagensicherungsfonds ist, denn nur dann sind die Kundengelder in einer Höhe abgesichert, die die meisten Anleger zeit ihres Lebens nie erreichen werden.

Vollständige Ausschüttung der angesparten Zinsen

Unterzieht man in einem Tagesgeld Vergleich die gezahlten Zinsen einer langfristigen Betrachtung, so liegen diese auf jeden Fall im Marktdurchschnitt deutlich über der jährlichen Teuerungsrate. Da beim Tagesgeld in der Regel keine Kosten die ersparten Zinsen schmälern, kommt der Anleger bei dieser Form der Geldanlage in den Genuss der vollständigen Ausschüttung aller angesparten Zinsen und hat bei der Nutzung eines guten Tagesgeldkontos auf jeden Fall eine deutlich positive Nettorendite auch nach Abzug der Inflationsrate erwirtschaftet.

Text: Daniel Franke - Artikel vom: 20.11.2006