Parkettboden schleifen
Um einen in die Jahre gekommenen Parkettboden wieder auf Vordermann zu bringen, bedarf es handwerklichem Geschick, das richtige Werkzeug und ein Überblick über die zu erwartenden Arbeitsschritte.
Überblick verschaffen
Zuerst sollten sie sich ein Bild von der genauen zu bearbeitenden Fläche in Quadratmetern, dem zu renovierenden Parkettboden und die entsprechend benötigten Maschinen machen. Je nach Parkettboden (beispielsweise Dielenparkettboden oder Mosaikparkett, Bambusparkett) und der Fläche brauchen Sie beispielsweise einen Dreiecksschleifer oder einen Dreikantschaber für die Bearbeitung von Hand, ein Stecheisen oder eine Flächenschleifmaschine. All diese Geräte können in gutsortierten Fachgeschäften erworben oder geliehen werden.
Materialverbrauch für Parkettboden Pflegemittel kalkulieren
Der Materialverbrauch an Pflegeölen und / oder Lacken lässt sich leicht den Verpackungen entnehmen, welche in der Regel den benötigten Materialbedarf pro Quadratmeter angeben. Auch die richtige Arbeitsschutzkleidung (inkl. Arbeitsschuhen) sollte bedacht werden und bei Schleifarbeiten auch eine Schutzbrille, ein Ohrenschutz und eine Atemmaske zur Verfügung stehen. Sind alle benötigten Materialien vorhanden sollte als erstes der zu bearbeitende Raum vollständig leer geräumt und Sockelleisten entfernt werden. Gründliches saugen und das kontrollieren des Parketts auf hervorstehende Nägel oder Holzsplitter sollte ebenfalls selbstverständlich sein.
Mit dem Parkett schleifen beginnen
Nach der sorgfältigen Reinigung kann mit dem ersten Schliff begonnen werden. Legen Sie hierfür ihre Arbeitskleidung inklusive des Ohrenschutzes und Arbeitshandschuhen sowie eine Atemmaske an. Vor dem Starten der Schleifmaschine, sollten Sie sich jedoch vergewissern, dass die verwendete Steckdose mit 16 Ampere abgesichert ist, um Störungen im Stromfluss oder das Herausspringen der Sicherung zu vermeiden.
Grundschliff
Der erste Schliff, auch Grundschliff genannt, wird mit einem Flächenschliff bearbeitet, beispielsweise durch eine Bandschleifmaschine. Je nach Abnutzungserscheinungen wird dieser Schliff so lange wiederholt, bis alle früheren Bearbeitungsschichten (Öl, Lack, Wachs) entfernt sind. Der Schliff sollte dabei der Verlegungsrichtung der Dielen folgen.
Mittelschliff
Der nun folgende Mittelschliff besteht ebenfalls aus mehreren Arbeitsgängen, bei denen mit immer feiner werdender Körnung die Spuren des Grundschliffs beseitigt werden und gleichzeitig der durch den Grundschliff erhaltene Rohholzboden in seiner Oberfläche verfeinert. Nun ist es an der Zeit, Unebenheiten und Fugen zu bearbeiten. Hierfür wird entweder eine Holzkittlösung mit Holzstaub vom Mittelschliff vermischt oder ein auf Wasser basierender Fertigkitt aus dem Fachhandel zum Verfugen genutzt. Um gerade bei diesem Arbeitsschritt keine Fehler zu machen, sollte man auf Rat und Hilfe eines Fachmannes nicht verzichten.
Rand- und Eckenschliff
Ist der Parkettboden durch Grund- und Mittelschliff bearbeitet und richtig verfugt worden, erfolgt der Rand- und Eckenschliff. Hierbei wird mit einer Eckenschleifmaschine – wie der Name bereits sagt – der Rand- und Eckenbereich mit gleichmäßigen, ständig in Bewegung befindlichen Kreisbewegungen geschliffen, um den Boden vor Verbrennungen durch die sehr heißwerdende Maschine zu schützen.
Parkettboden versiegeln - Feinschliff und Politurschliff
Der letzte Schliff vor der Versiegelung ist der Feinschliff oder auch Politurschliff. Hierbei werden auch die gegebenenfalls durch die Verfugung entstandenen Unebenheiten ausgeglichen bis sich ein gleichmäßiges, schönes Gesamtbild ergibt und der Parkettboden vollständig für die Oberflächenbearbeitung gesäubert werden kann.
Text: Kai Reinert - Artikel vom: 14.04.2007