Playstation 3 bringt erst einmal Verluste
Lange wurde der Verkaufsstart der neuen Playstation 3 immer wieder verschoben. Der Hersteller Sony hatte anscheinend Probleme mit der neuen Blu-Ray Technik, die in der aktuellen Generation der japanischen Spielekonsole zum Einsatz kommt. Mittlerweile ist die Konsole zumindest in den USA und in Japan erfolgreich in den Handel gestartet.
Der Imageträger des japanischen Unterhaltungskonzerns war Auslöser für beinahe tumultartige Szenen im Zuge der Markteinführung der neuen PS3. Aus den USA wurden Diebstahl, Raubüberfälle und sogar Schiessereien gemeldet, die im Zusammenhang mit vor den Geschäften wartenden Fans standen. Manch einer campierte gar mehrere Tage vor seiner Verkaufsstelle, um möglichst schnell zum Zuge zu kommen. Viele der Käufer der ersten Stunde wollten die Konsole vermutlich aber gar nicht für sich selbst erwerben.
Der Anteil derjenigen Erwerber, die die neu erstandene Playstation gleich wieder mit Gewinn weiterverkaufen wird im Allgemeinen als durchaus signifikant eingeschätzt. Der Umsatz mit der Playstation hat den Einzelhändlern in den USA wohl einiges an Geld in die Kassen gespült. Sony wählte den Termin auch günstig - gerade pünktlich fürs Weihnachtsgeschäft. Gewinn wird der Hersteller Sony hingegen wohl aber erst einmal nicht so schnell machen.
Die Playstation ist ein Lehrbuchbeispiel für eine betriebswirtschaftliche Mischkalkulation. Im Rahmen einer solchen werden bestmmte Produkte mit bewusst einkalkuliertem Verlust auf den Markt gebracht. Diese Verluste werden aber durch den Verkauf von komplementären Produkten kompensiert, so dass global gesehen ein positiver Deckungsbeitrag verbleibt. Gewinne sind also nur durch den Verkauf beider Produktgruppen möglich.
Die meisten Hersteller von Spielekonsolen verkaufen ihre Geräte übrigens ohne nennenswerten Gewinn, nicht selten sogar mit bedeutendem Verlust. Im Falle der Playstation 3 wird dieser nach Meinung von Experten wohl besonders hoch ausfallen. Die neue PS3 ist schließlich in jeder Hinsicht mit Technik vom Feinsten ausgestattet. In der PS3 kommen etwa ein Cell-Prozesor, ein Nvidia RSX Grafikprozessor mit über 100 Milliarden Rechenoperationen in der Sekunde, eine Ethernetschnittstelle und das bereits erwähnte Blue Ray Laufwerk, das auch Spielfilme abspielt.
Einige Experten rechnen für die Playstation 3 mit 60 Gigabyte Festplatte mit Herstellungskosten von über 800 Dollar. Zum Verkauf kommt das Gerät jedoch zu Preisen um die 600 Dollar. So hohe Verluste mit der Hardware sah man selbst im Bereich der Spielekonsolen bis jetzt noch nicht. Doch Sony möchte die Zahl der speziell für die neue Playstation entwickelten Spiele in absehbarer Zeit deutlich erhöhen. Bekanntlich beherrschen die Spieleentwickler von Sony ja ihre Kunst. Dank ihnen und natürlich auch dank der treuen Fangemeinde wird die Rechnung der Japaner wohl wieder einmal aufgehen.
Text: Florian Mayer - Artikel vom: 28.11.2006