Partnerbörse einmal anders
Das Partneragenturen keine neue Erfindung sind und schon gar nicht eine die das Internet hervorgebraucht hat, zeigt das Beispiel der „Bräutigamseiche“ oder auch „Liebes-Baum“ genannt. Hier wird nicht massiv mit „Russischen Frauen“ oder „spanischem Temperament“ geworben.
Die „Bräutigamseiche“ ist vermutlich die älteste deutsche Partnervermittlung, es handelt sich hierbei um eine 500 Jahre alte Eiche mit einem Stammdurchmesser von 5 Metern! Seit etwa 1890 wird ein Astloch in Ihr als „öffentlicher“ Briefkasten genutzt. Hier legen Singles Briefe ab, in denen sie ähnlich einer Kontaktanzeige im Internet oder der Zeitung nach einem Lebensgefährten, oder einfach nur eine Brieffreundschaft suchen. Seit 1927 hat der „Liebes-Bote“ auch eine eigene Postanschrift:
Bräutigamseiche
Dodauer Forst
23701 Eutin
In diesem Fall trägt dann eine Postbotin die Briefe aus und deponiert sie in dem Astloch, immerhin sind es rund 1000 Stück im Jahr. Die Umschläge dürfen, da hier das Postgeheimniss aufgehoben ist, von jedem geöffnet und gelesen werden. Ist das Interesse an der Person geweckt, die den Brief geschrieben hat, nimmt man Ihn einfach mit und antwortet darauf, anderfalls steckt man ihn zurück und schaut nach dem nächsten.
Am Tag des Entenrennen wurden alle verkauften Enten wieder eingesammelt, in einen See-Container gekippt und an einem großen Kran gehängt.
Wenn auch die Statistik nicht mehr die aktuelleste ist, so kamen bis 2001 durch die Briefe in der Eiche immerhin mehr 20 Ehen und unzählige Freundschaften zustande. Entstanden ist der Kult um diese Eiche durch ein Pärchen welches heimliche Liebesbotschaften für den jeweils anderen in dem Astloch hinterließ. Auch gibt es eine Unzahl an Webseiten die sich mit der „Bräutigamseiche“ befassen und auch in verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften gibt es Artikel die über diese ungewöhnliche Art der Partnerbörse berichten.
Text: Thomas Kroll - Artikel vom: 14.08.2006