So spart man mit Last Minute Reisen wirklich Geld

Last Minute - Nicht wirlich immer in letzter Minute

Durch die grosse Nachfrage nach Lastminute Reisen beginnen die Lastminute-Anbieter sprichwörtlich aus dem Boden zu schiessen. Leider reicht es vielen Konsumenten schon, wenn nur das Wort „Last-Minute“ am Angebot steht. Ob es tatsächlich einen Preisvorteil gibt, interessiert wohl nicht jeden. So bewegen sich auch die Zeitpunkte für die Reisebuchung immer weiter nach vorne.

Von den früher üblichen „letzten Minuten“ ist schon lange keine Rede mehr, heute sind ein bis zwei Wochen die Regel. Wer dann sogar sechs Wochen vor der Abreise ein Angebot als Lastminute-Reise bezeichnet, versucht diesen Begriff vermutlich ganz bewusst zu missbrauchen – solche Angebote muss man daher mit Vorsicht betrachten. Die große Frage ist:

Wie findet man nun aber echte Angebote?

Dazu muss man verstehen, wie Reiseveranstalter arbeiten. Die bekannten Reiseveranstalter kaufen die Reisen für ihre Kataloge vorab in großen Mengen ein, zu billigen Preisen. Dann werden diese mit Aufschlag in den Katalogen angeboten. Natürlich kann ein Veranstalter nicht vorab exakt kalkulieren, wieviele Arrangements er in der nächsten Saison absetzen kann, auch Erfahrungswerte aus den Vorjahren können durch die gerade Vorherrschende wirtschaftliche Lage und wechselnde Vorlieben der Reisenden falsch liegen. Wenn nun ein Monat vor dem Abreisetermin ein Angebot immer noch schlecht gebucht ist, beginnt der Reiseveranstalter, den Preis dieses Angebots zu reduzieren. Nun beginnt der Zeitpunkt an dem man echte Schnäppchen machen kann.

Natürlich wird dies aber nicht die bevorzugten Hotels oder die gefragtesten Flugtermine betreffen, sondern eher Randtermine und hotels mit gewissen Nachteilen was Lage, Zustand oder ähnliches betrifft. Die Rosinen haben sich die Vollpreis-Zahler längst herausgepickt - mit Recht. Der Veranstalter will diese „klassischen“ Reise-Buchungen, die ihm die größten Einnahmen bescheren, nicht durch Billig-Reisen verderben.

Reise-Spezialisten übernehmen Restkontingente

Daher muss er verbilligte Reisen so lange als möglich zurückhalten, bzw über ganz andere Vertriebskanäle anbieten, damit der Kunde nicht das gleiche, teure Angebot zwei Tage später an der gleichen Stelle um 30% billiger findet. Hier kommen nun Spezialisten wie L’Tur und lastminute.com ins Spiel. Diese Anbieter haben sich darauf spezialisiert, Restkontingente von großen Anbietern zu übernehmen und verbilligt anzubieten. Diese bieten kein Vollsortiment für monate im Voraus, sondern nur was gerade „übrig“ ist, und in den nächsten Tagen oder Wochen beginnt.

Hier ist daher auch die Wahrscheinlichkeit am größten, ein echtes Schnäppchen zu machen, denn diese Anbieter haben nur Restangebote im Programm, und versuchen daher nicht - wie manche klassische Anbieter - ihre Normalpreisangebote darunter zu mischen. Will man direkt bei einem Reiseveranstalter buchen, empfieht es sich, den regulären Preis im gedruckten Katalog nachzuschlagen.

Text: Erwin Kreuzer - Artikel vom: 14.09.2006