Perlen – Ein kostbares Geschenk der Natur
Perlen sind ein Produkt der Auster. Sie entstehen, wenn ein Fremdkörper in die Innenschale dringt. Die Auster „spinnt“ den Fremdkörper mit Perlmutt ein und
hindert ihn so daran, in ihr Innerstes vorzudringen – ein Abwehrmechanismus mit einem wunderschönen Ergebnis. Dieser Prozess dauert mehrere Jahre.
Heute nutzt man dieses Abwehrverhalten, um Perlen in allen erdenklichen Formen zu züchten. Dazu werden der Auster schon vorgegebene Formen implantiert, um die sie dann ihren Perlmuttmantel legt. So ist es nicht verwunderlich wenn man inzwischen Perlen in Form von Würfeln, Herzen, runden Scheiben, verschiedenen Tiere und Tropfen findet, was die Vielfältigkeit von Perlenschmuck nochmals erhöht. Nach wie vor äußerst selten und deshalb auch heiß begehrt sind kugelrunde Perlen. Natürlich bestimmen auch die Größe, der Glanz (in der Fachsprache der Lüster) und die Oberfläche der Perle letztendlich den Preis.
Also, je größer, glänzender, glatter und runder eine Perle ist, desto höher ist ihr Preis. Perlen werden rund um den Globus gezüchtet, was die Vielfalt um ein weiteres erhöht. Hier nun einmal die gängigsten:
Akoya – Zuchtperlen
Diese werden vor allem in Japan und China gezüchtet. Ihren Namen haben sie von der Muschel, in der sie heranwachsen – der Akoyamuschel. Es gibt sie meist in runder Form und in den zarten Farbtönen wie crème, grau, apricot und rosé.
Süßwasser – Zuchtperlen
Im Gegensatz zur Akoya – Zuchtperle wird diese in Seen gezüchtet. Ursprünglich züchtete man sie in Japan im Biwa – See. Um schönere Ergebnisse zu erreichen setzte man den Muscheln anstatt eines Perlmuttkerns ein Implantat ein. Diese Perlen wurden Biwaperlen genannt. Leider wurde der See so stark verschmutzt, dass inzwischen keine Zucht mehr möglich ist. Die heutigen Süßwasserperlen werden vor allem in China gezüchtet. Die Chinesen haben im Laufe der Jahre die Zucht so perfektioniert, dass es inzwischen runde Perlen gibt, die man äußerlich fast nicht von Akoya -Zuchtperlen unterscheiden kann.
Keshi – Perlen
Keshiperlen werden in Süß- und Salzwasser gezüchtet. Das Besondere an diesen Perlen ist, dass die Muschel den Kern abstößt, bevor der Wachstumsprozess beendet ist. Dadurch ist die Muschel an keine besondere Form gebunden und es entstehen absolut willkürlich geformte Perlen, was besonders reizvoll in Ketten aus Perlen wirkt.
Mabe – Perlen
Früher vor allem in der Mabe-Muschel gezüchtet hat auch diese „halbe“ Perle ihren Namen ihrer „Mutter“ zu verdanken. Im Gegensatz zu den anderen Perlen wächst diese nicht im Muschelfleisch, sondern in der Schale. Die halbrunde hohle Form wird auch hier vom Menschen vorgegeben und gezielt in die Innenseite der Schale implantiert. So hat die Perle eine Flache Unterseite und eine runde Oberseite. Nachdem die Perle von der Schale abgetrennt wurde, wird der Fremdkörper entfernt, der entstehende Hohlraum wird durch Harz ersetzt und mit Perlmutt geschlossen.
Südsee und Tahiti – Zuchtperlen
Südseeperlen werden – wie auch die Akoyaperlen überwiegend rund gezüchtet. Besonders wertvoll sind sie durch die besondere Größe (meist ab 10mm bis etwa
23mm Durchmesser) und ihre Farbenvielfalt. Es gibt sie vom zarten Silbergrau bis schwarz, von crème bis gelbgold, in rosa, grünlich, graublau, zartlila und weiß.
Da man in der heutigen Zeit gerne auch schrille Farben trägt, hat man damit begonnen, Süßwasserperlen einzufärben. Diese sind relativ erschwinglich und so ist eine bunte Perlenkette auch für Jugendliche ein höchst interessantes und modernes Schmuckstück.
Text und Fotos: 2005 Sybille Schweizer - Artikel vom: 11.12.2005