Zwiebelsystem und Outdoor Sportbekleidung
Schalenaufbau bei Sportbekleidung
Was hat die Zwiebel mit Outdoor Bekleidung zu tun? Sie wird mal wieder als Metapher verwendet, was in der Politik, Wissenschaft und Alltag des öfteren geschieht. Die Zwiebel ist ein beliebtes Objekt, an dem man einiges verdeutlichen kann. Ihr Schalenaufbau, welcher den zarten Kern schützt, scheint nahezu einzigartig in der Natur zu sein. Zumindest hat sich die Zwiebel als Metapher für ein Schichtensystem durchgesetzt.
In der Sportbekleidungsindustrie schwört man ebenfalls auf den Aufbau aus Schichten, die nicht nur eine Schutzfunktion inne haben. Vielmehr werden sie in den Wärmehaushalt sowie in das Feuchtigkeitsklima eingebunden. Die erste Schicht direkt auf der Haut (im sportlichen Bereich – Funktionsunterwäsche genannt) ist vor allem bei kalten Temperaturen wichtig. Sie muss schnell den entstehenden Schweiß ableiten und trotzdem Wärme binden, was im Zusammenspiel mit den anderen Schichten zunächst in der Vermittlung eines Gefühls von Trockenheit völlig genügt.
Helly Hansen - Verwendet Coolgrid-Struktur
Die Base Layer, so wie sie Helly Hansen benennt, findet man z.B. in dem Helly Hansen T-Shirt „Versa Trailwizard“. Dort wird durch eine Coolgrid-Struktur ein sofortiger Feuchtigkeitstransport erzielt. Die großen Marken der Sportbekleidungsindustrie haben verschiedenste Stoffe und Verbundformen erfunden, welche unter wissenschaftlichen Bedingungen erforscht werden. Die Kunstfasern können kein Wasser aufnehmen, so leiten sie die Flüssigkeit einfach an die nächste Schicht weiter.
Im Sommer gilt das gleiche wie im Winter. Oft reicht hier das T-Shirt schon aus, um sportlich aktiv sein zu können. Die zweite Schicht stellt im Winter die Wärmedämmung her. Anhand eines Hauses kann man gut den Aufbau nachvollziehen. Zuerst kommt der Putz, welcher Wind und Regen draußen hält. Im Anschluss steht die Wärmedämmung und es folgt der Innenputz, welcher nur transportiert und nichts aufnimmt. Ebenso verhält es sich bei der Sportbekleidung. Die zweite Schicht wärmt den Körper und muss die Feuchtigkeit weiter nach außen abgeben.
Atmungsaktive Sportbekleidung
Im Sommer muss eine zweite Schicht viel atmen, um das Klima zu regulieren. Der Wind kann hierbei genutzt werden. Er trocknet das an den wasserabweisenden Fasern gebundene Kondensat und erzeugt somit einen Kühlungseffekt. Somit entsteht ein angenehmes Gefühl auf der Haut. Ein Helly Hansen T-Shirt kann hier ebenso als zweite Schicht getragen werden. Hieran merkt man schon, dass im Sommer bei angenehmeren Temperaturen, die Schichten bis zu einem gewissen Grad austauschbar sind.
Die dritte Schicht besteht in eisigen Gefilden, regnerischem Schneetreiben und wilden Stürmen aus besonders komplexen, dichten Stoffen. Sie stellt das Schild des Sportlers oder outdoor Aktiven dar, welches er den Urgewalten entgegen reckt. Die äußere Schicht darf keinen Wind und kein Regen rein lassen, umgekehrt darf sie keine Wärme heraus lassen. Zu guter letzt soll sie die Feuchtigkeit, die sich an der Innenseite ablagert, wie durch ein Wunder nach außen abführen. Nur hochentwickelte Stoffe, Fasern und Verbundsysteme, die modernste wissenschaftliche Erkenntnisse nutzen, können solch anspruchsvolle Aufgaben erfüllen.
Text: Frank Oehler - Artikel vom: 03.05.2007