Die Kühlung bei IPL Geräten
Für die Gewebeschonung ist die Kühlung unabdingbar
Um hier auf die Kühlung dieser Geräte einzugehen, kann man hierzu mit Sicherheit sagen, dass dieser Bestandteil mindestens so wichtig ist wie die eigentliche Leistung. Die Kühlung ist notwendig, um das umliegende Gewebe bei der Behandlung zur dauerhaften Haarentfernung zu schonen. Je besser die Kühlung ist, um so geringer ist die Gefahr der Verbrennung oder Beschädigung der Haut.
Kombiniert versuchen einige Anbieter dieser Gefahr durch Vorkühlung aus dem Weg zu gehen. Mit Sicherheit ist die Idee nicht schlecht, aber auch hierbei kommt es sehr stark auf die Technik an. Die Kühlung sollte hierbei nur sehr kurz stattfinden, denn wir wissen ja, dass die (dauerhafte) Haarentfernung nur funktioniert, wenn wir das Haarfollikel veröden. Dies geschieht allerdings durch eine Energieumwandlung und letztlich über die entstehende Wärme. Wenn man also zu lange vorkühlt, nimmt natürlich auch das Haarfollikel diese Temperaturen an und die Energie wird nun nicht mehr ausreichen, um das Haarfollikel effektiv zu veröden.
Hoher Energieaufwand für 100%ige Ergebnisse
Abgesehen davon geht es hierbei nicht nur um die Zerstörung des Haarfollikels sondern um das Absterben der Germzellen, d.h., dass ein enormer Energieaufwand nötig ist, um ein 100%iges Ergebnis zu erzielen. Die Behauptungen vieler Anbieter, dass die Energie über das Melanin im Haarfollikel absorbiert wird, ist nur teilweise richtig, denn es geht hier auch um die Zerstörung der germinalen Zellen, und die haben kein Melanin. Die Zellen werden ausschließlich über die erzeugte Strahlungswärme zerstört. Das macht noch mal deutlich, wie viel Energie benötigt wird, um gute Ergebnisse zu erzielen.
Gerade an dieser Stelle wird oft vor zu schwacher Behandlung gewarnt, da aufgrund falscher Behandlungstechniken und zu wenig Energie so genannte resistente Haare gezüchtet werden (Haare die langfristig gar nicht mehr entfernt werden können). Ebenfalls spricht man oft über kurzfristige Behandlungserfolge, d.h., dass die Haare in eine Art der katagenen Phase (katagene Phase - Ruhephase, anagene Phase - Wachstumsphase) kommen und der normale Wachstumsvorgang erst nach einigen Monaten oder sogar Jahren wieder einsetzt.
Eine Nachkühlung und sinnvolle Behandlungstechnik ist ratsam
Die Nachkühlung ist mit Sicherheit immer ratsam und auch eine sinnvolle Behandlungstechnik. Allerdings kann man sich diese Dinge oft sparen, wenn bereits der Applikator, der auf die Haut gedrückt wird, ausreichend gekühlt wird. Hierbei ist ebenfalls der Zeitraum entscheidend, wie lange man den Applikator auf die zu behandelnde Hautstelle drückt und auch die Druckstärke. Bei der Couperose-Behandlung wird z. B. mit einer anderen Druckstärke gearbeitet, als bei der Haarentfernung.
Nicht ganz unwesentlich ist dabei auch das Material des Applikators. Oft werden sogar sehr teure Saphirgläser eingesetzt (statt herkömmliches Quarzglas), was natürlich die Effektivität dieser Pulslichtverfahren deutlich verbessert, denn abgesehen von der besseren Wärmeleitfähigkeit wird das Licht fast 3 x so schnell geleitet! Die Kühlung sollte auf jeden Fall einstellbar sein!Bei der Kühlung sollte man darauf achten, dass nicht nur die Lampe gekühlt wird (was eigentlich nur dem Schutz der Blitzlampe dient), sondern das Glas selbst. Ohne mich jetzt groß über s. g. luftgekühlte Geräte auslassen zu wollen, eine kleine Tabelle zum Verständnis:
Reihenfolge der Kühleffizienz:
- Luft
- Gel
- Quarz
- Saphire (teuerste Werkstoff)
Gel-Schicht bei der Anwendung nicht zu Kühlungszwecken
Nicht, das es nicht sinnvoll wäre, vor der Behandlung eine Gel-Schicht auf zu tragen - die ist allerdings weniger zur Kühlung gedacht. Diese Schicht wird aufgetragen um eine glatte Fläche zu schaffen, da die Haut keine geeignete Oberfläche hat (Vertiefungen, Poren). Da für die Herstellung einer ausreichenden Kühlung unwahrscheinlich große Kühlkompressoren und Kühlkondensatoren benötigt werden, ist hiermit, die unterschiedliche Größenordnung zwischen einem Tischgerät und manch einem Standgerät wohl erklärt. Man sollte sich hierbei nicht nur Gedanken um die praktische Transportmöglichkeit bei kleinen Geräten machen!
Text: Claudia Güner - Artikel vom: 30.03.2007